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KI für Dachdecker und Spengler: Wo hilft sie im Büro?

Von Lukas Göggel, Goma-IT. Stand:

Bei Dachdeckern und Spenglern hilft KI vor allem in Spitzenzeiten nach Sturm oder Hagel: Anfragen mit Fotos vorsortieren, Unterlagen für Kunde oder Versicherung zusammenstellen. Dazu kommen Erinnerungen an die Dachwartung und der Abgleich von Materialbestellungen. Ob ein Schaden gedeckt ist, entscheidet die Versicherung.

In Kürze

  • Nach einem Sturm kommen viele Anfragen gleichzeitig, eine Automatisierung kann sie mit Adresse und Fotos sortieren.
  • Fotos, Aufmaß und Bericht lassen sich zu einem Paket für Kunde oder Versicherung zusammenstellen.
  • Kunden mit Wartungsvertrag für Dach oder Dachrinne können vor der Saison per Entwurf erinnert werden.
  • Aufmaß und Kalkulation bleiben in Programmen wie Smartbricks oder Z-Kalk, eine Anbindung wird im Einzelfall geprüft.

Wann wird es im Dachdeckerbüro eng?

Bei Dachdeckern und Spenglern ist die Arbeit stark vom Wetter abhängig. An normalen Tagen laufen Anfragen für neue Dächer, Sanierungen und Verblechungen in einem ruhigen Takt. Nach einem Sturm oder einem Hagelgewitter sieht es anders aus: Das Telefon läutet durchgehend, im Postfach stapeln sich Mails mit Fotos, und jeder Kunde hält seinen Schaden für den dringendsten.

Typische Fragen im Büro sind dann zum Beispiel:

  • „Welche Anfragen haben Wasser im Haus, welche nur einen verschobenen Ziegel?“
  • „Haben wir bei diesem Kunden schon Fotos, oder müssen wir hinfahren?“
  • „Welche Unterlagen braucht der Kunde für seine Versicherung?“
  • „Welches Blech und welche Farbe hatten wir bei der Dachrinne vor fünf Jahren?“

Viele dieser Schritte wiederholen sich. Genau dort setzen Automatisierungen im Büro an.

Sturmschaden-Anfragen mit Fotos sortieren

So könnte es nach einem Sturm laufen: Eine Automatisierung liest neue Mails und Formularanfragen, zieht Name, Adresse, Telefonnummer und Beschreibung heraus und legt die Fotos im Kundenordner ab. Nach Stichworten wie „Wasser tropft“, „Dachfenster“ oder „Rinne hängt herunter“ werden die Anfragen markiert. Das Büro bekommt eine Liste, sortiert nach Ort, und kann daraus die Einteilung der Partien machen.

Für jede Anfrage kann ein Antwortentwurf entstehen, zum Beispiel mit einer Eingangsbestätigung und der Bitte um Fotos, falls keine dabei waren. Versendet wird nach Freigabe. Welche Einsätze zuerst kommen, entscheidet der Betrieb, nicht die Software.

Mehr dazu im Anwendungsfall Anfragen und Mails sortieren und im Beitrag Fotos aus WhatsApp und der Kundenwohnung. Wer außerhalb der Bürozeiten die wichtigsten Angaben abfragen will, findet Anregungen im Beitrag Chatbot für den Notdienst am Wochenende.

Unterlagen für Kunde oder Versicherung zusammenstellen

Nach einem Sturmschaden braucht der Kunde oft Unterlagen für seine Versicherung: Fotos vom Schaden, eine kurze Beschreibung, ein Angebot oder eine Rechnung für die Reparatur. Diese Teile liegen an verschiedenen Orten, die Fotos am Handy des Vorarbeiters, das Angebot im Kalkulationsprogramm, die Beschreibung in einer Sprachnachricht.

Eine Automatisierung kann diese Teile zu einem geordneten Paket zusammenstellen: Fotos mit Datum, ein Entwurf für den Bericht aus den Notizen des Vorarbeiters, das Angebot als PDF. Das Büro prüft den Bericht und gibt das Paket dem Kunden. Was die Versicherung übernimmt, entscheidet allein die Versicherung nach dem Vertrag des Kunden. Wir geben dazu keine Einschätzung ab, und die KI tut es auch nicht.

Wie aus Fotos und Notizen ein Bericht wird, beschreibt der Anwendungsfall Baustellenberichte. Für die Zuordnung der Fotos siehe Baustellenfotos zuordnen.

An die Dachwartung erinnern

Viele Dachschäden entstehen nicht durch einen Sturm, sondern durch verstopfte Rinnen, lose Anschlüsse oder ein undichtes Dachfenster, das niemand bemerkt hat. Wer Wartungsverträge für Dach und Dachrinne anbietet, muss die Kunden rechtzeitig vor der Saison erreichen.

So könnte es laufen: Aus der Liste der Wartungskunden erkennt eine Automatisierung im Spätsommer, wer im Herbst fällig ist, und bereitet Entwürfe mit Terminvorschlag vor. Das Büro passt sie an die Einteilung an und gibt sie frei. Am Vortag folgt eine kurze Erinnerung an den Termin. Mehr dazu im Beitrag Kunden an die Wartung erinnern und im Anwendungsfall Terminerinnerung am Vortag.

Aufmaß mit Apps und Kalkulation

Für Aufmaß und Kalkulation nutzen viele Dachdecker und Spengler eigene Programme. Smartbricks ist eine App aus Graz für Aufmaß und Angebot, mit der sich Dächer am Handy oder über Satellitenbilder aufnehmen lassen. Z-Kalk ist eine Kalkulations- und Grafiksoftware aus Graz, die sich vor allem an Dachdecker und Spengler richtet.

Diese Programme bleiben das Werkzeug für Mengen und Preise. Was daneben oft händisch passiert: Aufmaß-Export und Fotos im Kundenordner ablegen, mit der ursprünglichen Anfrage verknüpfen, nach dem Angebot nachhaken. Hier können Automatisierungen ansetzen. Ob und wie sich das Programm anbinden lässt, wird im Einzelfall geprüft. Zum Nachhaken siehe den Anwendungsfall Angebote nachfassen.

Materialbestellungen und Lieferanten

Ziegel, Dachbahnen, Bleche, Rinnen, Dämmung: Pro Baustelle kommen mehrere Lieferungen von verschiedenen Händlern. Auftragsbestätigungen sollten zu Bestellung, Farbe und Liefertermin passen, Lieferscheine zur Rechnung.

Eine Automatisierung kann eingehende Auftragsbestätigungen mit der Bestellung vergleichen und Abweichungen melden, zum Beispiel einen anderen Farbton beim Blech oder eine geänderte Menge. Ähnlich lassen sich Lieferscheine mit Rechnungen abgleichen. Wer Preise bei mehreren Händlern einholt, kann Anfragen als Entwurf vorbereiten lassen. Siehe Auftragsbestätigungen prüfen, Preisanfragen an Lieferanten und den Beitrag Lieferschein und Rechnung abgleichen.

Und das Wissen im Betrieb?

Verlegerichtlinien der Hersteller, Datenblätter von Dachbahnen, Gewährleistungsunterlagen und alte Aufmaßskizzen lassen sich mit einer KI-Wissensdatenbank per Frage finden, mit Angabe der Quelle. Zum Beispiel: „Welche Unterdeckbahn haben wir beim Dach in der Bahnhofstraße verwendet?“ Fachregeln und Normen bleiben die Grundlage, die KI ersetzt sie nicht.

Wo sind die Grenzen?

Die KI beurteilt keinen Schaden am Dach, sie gibt keine Auskunft über Versicherungsdeckung und keine rechtliche Einschätzung. Sie berechnet keine Schneelasten und ersetzt kein Aufmaß vor Ort. Sie sortiert, sammelt und bereitet vor, entschieden wird im Betrieb.

Womit anfangen?

Für viele Dachdecker bietet sich das Postfach als Einstieg an, weil Spitzenzeiten nach Unwettern dort am stärksten spürbar sind. Andere beginnen mit den Wartungserinnerungen. Goma-IT sitzt in Bludenz und kommt in Vorarlberg gern in den Betrieb. Betriebe im übrigen Österreich betreuen wir per Telefon und Video.

Häufige Fragen

Kann die KI beurteilen, ob ein Sturmschaden von der Versicherung gedeckt ist?

Nein. Ob und in welchem Umfang ein Schaden gedeckt ist, hängt vom Vertrag des Kunden ab und wird von der Versicherung entschieden. Die KI hilft nur, Fotos, Beschreibung und Angebot geordnet bereitzustellen.

Kann die KI auf Fotos Schäden am Dach erkennen?

Sie kann beschreiben, was auf einem Foto zu sehen ist, etwa verschobene Ziegel oder eine abgehobene Verblechung, und Fotos danach sortieren. Die fachliche Beurteilung macht der Dachdecker vor Ort.

Werden Kunden nach einem Sturm automatisch angeschrieben?

Nur wenn Sie das wollen. Üblich ist, dass Antwortentwürfe entstehen, etwa mit einer Eingangsbestätigung und der Bitte um Fotos, und das Büro sie freigibt.

Funktioniert das mit Smartbricks oder Z-Kalk?

Wir setzen zuerst bei Postfach und Ordnern an, etwa bei exportierten Aufmaßen. Ob und wie sich das Programm anbinden lässt, wird im Einzelfall geprüft.

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