KI in Metallbau und Schlosserei: Welche Fragen beantwortet sie?
Im Metallbau beantwortet eine KI-Wissensdatenbank vor allem Fragen, deren Antwort in Unterlagen steckt: Werkstoffzeugnisse, Montageanleitungen, frühere Aufträge, Absprachen mit Architekten. Statik, Schweißfreigaben und Zusagen an Kunden bleiben beim Fachbetrieb.
In Kürze
- Typische Fragen drehen sich um Zeugnisse, Zeichnungsstände, Montagehinweise und frühere Aufträge.
- Für die Rückverfolgbarkeit nach EN 1090 hilft schnelles Finden der richtigen Nachweise.
- Die Antwort zeigt immer die Quelle, bei Maßen und Lasten wird im Original geprüft.
- Die Wissensdatenbank setzt bei Unterlagen außerhalb des ERP an, also der Software für Aufträge, Einkauf und Abrechnung, etwa bei Ordnern am Server, Postfächern und Herstellerunterlagen.
Welche Fragen kommen im Metallbau immer wieder?
Typisch sind Fragen wie diese:
- „Welches Werkstoffzeugnis gehört zum Material für den Auftrag Gartengasse?“
- „Welcher Zeichnungsstand ist beim Treppengeländer freigegeben?“
- „Was haben wir mit dem Architekten zur Oberfläche vereinbart?“
- „Wie haben wir das letzte Vordach mit dieser Spannweite befestigt?“
Die Antworten stehen fast immer irgendwo: im Lieferschein, in einer Mail, im Montagebericht. Das Problem ist das Finden.
Wie sieht eine Antwort aus?
Die Wissensdatenbank antwortet in normalen Sätzen und nennt dazu die Quelle, etwa „Werkstoffzeugnis 3.1 zur Charge 4471, Lieferschein vom 12. März, Seite 2“. Wer die Angabe braucht, öffnet das Original. Das ist im Metallbau wichtig, weil Maße, Lasten und Nachweise nicht aus dem Gedächtnis einer Software übernommen werden sollten.
Was ist mit der Branchensoftware?
Viele Metallbaubetriebe arbeiten mit einem ERP-System wie QOMET. Der Hersteller bietet dafür inzwischen eigene KI-Funktionen an, etwa eine Telefonassistenz. Die Wissensdatenbank setzt woanders an: bei Unterlagen außerhalb des ERP, also Ordnern am Server, Postfächern und Herstellerunterlagen. Ob zusätzlich Daten aus dem ERP einfließen können, hängt von Installation und Schnittstellen ab und wird vor dem Angebot geklärt.
Wo sind die Grenzen?
Die KI rechnet keine Statik, gibt keine Schweißfreigaben und ersetzt keine werkseigene Produktionskontrolle. Sie weiß nur, was in den eingelesenen Unterlagen steht. Liegen mehrere Zeichnungsstände vor, zeigt sie die Unterschiede, entscheiden muss der Betrieb.
Häufige Fragen
Ersetzt die KI die Dokumentation nach EN 1090?
Nein. Die Dokumentation erstellt und verantwortet der Betrieb. Die Wissensdatenbank hilft, vorhandene Nachweise schneller zu finden.
Kann die KI Zeichnungen lesen?
Beschriftungen und Texte auf Zeichnungen meist ja, wenn sie als PDF vorliegen. Geometrie und Maßketten werden nicht verlässlich ausgewertet.