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Hat meine Handwerkersoftware schon eine eigene KI, und brauche ich dann noch etwas anderes?

Von Lukas Göggel, Goma-IT. Stand:

Einige Hersteller haben KI-Funktionen eingebaut, etwa Telefonassistenten, Angebotsentwürfe aus Sprache oder das Auslesen von Eingangsrechnungen. Diese arbeiten mit den Daten in der jeweiligen Software. Eine zusätzliche Lösung ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Wissen außerhalb der Software liegt, etwa im Postfach, in alten Ordnern oder in Herstellerunterlagen.

In Kürze

  • Mehrere Handwerkerprogramme werben inzwischen mit eigenen KI-Funktionen, bei anderen haben wir keine gefunden.
  • Die eingebaute KI kennt in der Regel nur, was in dieser Software gespeichert ist.
  • Wenn die Software eine Aufgabe selbst löst, ist das meist der einfachere Weg.
  • Eine eigene Lösung ergänzt dort, wo Postfach, Ablagen und andere Programme zusammenkommen.

Vielleicht schon. Mehrere Hersteller von Handwerkersoftware haben in den letzten Jahren KI-Funktionen eingebaut, von Telefonassistenten bis zum Auslesen von Eingangsrechnungen. Diese Funktionen arbeiten mit den Daten, die in der jeweiligen Software liegen. Ob Sie zusätzlich etwas brauchen, hängt davon ab, wo das Wissen Ihres Betriebs tatsächlich steckt. Liegt viel im Postfach, in alten Ordnern oder in Herstellerunterlagen, kann eine Ergänzung sinnvoll sein. Die folgenden Angaben stammen aus den öffentlichen Unterlagen der Hersteller und der Fachpresse, Stand Oktober 2026; Goma-IT ist bei keinem dieser Hersteller Partner.

Welche Programme bringen laut Hersteller KI mit?

Ein Überblick über die Programme, die wir uns angesehen haben:

Software KI-Funktion laut Hersteller oder Fachpresse
HERO KI-Telefonassistentin seit Mai 2026; laut Fachpresse weitere KI-Funktionen für Herbst 2026 angekündigt, etwa Tagesberichte per Sprache (Handwerksblatt, 1. 8. 2026); Verfügbarkeit im eigenen Paket direkt mit HERO klären
Labelwin Textverbesserung und Übersetzung; KI-Telefonassistent ab Version 5.101 (Handwerksblatt, 1. 2. 2026)
pds Telefonassistent „Hey Telo“ (Handwerksblatt, 20. 1. 2026); Invoice Reader für Rechnungen
TAIFUN Anbindung der KI-Bürokraft „Petra“ von HalloPetra an TAIFUN+ (Handwerksblatt, 9. 9. 2025)
QOMET KI-Telefonassistenz „Petra“ für QOMET+; Webinar zu weiteren KI-Funktionen für November 2026 angekündigt
apvros mehrere „KI-Mitarbeiter“, etwa Angebot aus Sprachnachricht und Auslesen von Eingangsrechnungen
Plancraft Angebotsentwurf aus Notizen, Sprache und Bildern; Auslesen von Eingangsrechnungen
PlanRadar eigene KI mit Agenten, Sprach-Tickets, Projektassistent und Suche (planradar.ai)

Bei comtech cx.prime, ETU Kaufmann, Zentro und NEVARIS Success X haben wir in den Unterlagen der Hersteller keine eigenen KI-Funktionen für diese Produkte gefunden. Das kann sich ändern; fragen Sie im Zweifel beim Hersteller nach.

Was können diese eingebauten Funktionen typischerweise?

Auffällig ist, dass sich vieles um drei Aufgaben dreht:

  • Telefon: Anrufe annehmen, Anliegen aufnehmen, Rückrufe oder Termine organisieren.
  • Angebote und Berichte aus Sprache: Der Monteur spricht, die Software macht einen Entwurf.
  • Eingangsrechnungen: Rechnungen lesen und dem richtigen Auftrag zuordnen.

Das sind sinnvolle Aufgaben, und wenn Ihre Software sie schon löst, ist das meist der einfachste Weg. Sie müssen nichts zusätzlich einrichten, und die Daten bleiben dort, wo sie ohnehin sind.

Wo kommt die eingebaute KI an ihre Grenzen?

Dort, wo das Wissen nicht in der Software liegt. Ein Beispiel, wie es in einem Installationsbetrieb aussehen könnte: Ein Monteur fragt, wie bei einer bestimmten Wärmepumpe der Fehlercode zu deuten ist. Die Antwort steht in der Serviceanleitung des Herstellers, die als PDF am Server liegt. Die Handwerkersoftware kennt diese Anleitung nicht, weil sie nie dort abgelegt wurde.

Ähnlich ist es bei Absprachen, die nur im Postfach stehen, bei alten Aufträgen aus der Zeit vor der aktuellen Software oder bei Abläufen, die mehrere Programme betreffen, etwa Postfach, Kalender und Buchhaltung.

Wann ist eine zusätzliche Lösung sinnvoll?

Ein paar Fragen helfen bei der Einschätzung:

  1. Liegt die Antwort auf typische Fragen in der Software oder daneben?
  2. Kommen Rechnungen und Anfragen über mehrere Wege, etwa mehrere Postfächer?
  3. Soll etwas passieren, das mehrere Programme betrifft?
  4. Brauchen Sie eine Lösung, die auch bei einem späteren Softwarewechsel bleibt?

Je öfter Sie mit „daneben“ und „mehrere“ antworten, desto eher lohnt sich eine Ergänzung, etwa eine Wissensdatenbank für Ihre Unterlagen oder eine Automatisierung, die Postfach und Ablage verbindet.

Muss ich mich zwischen beidem entscheiden?

Nein. Die eingebaute KI und eine eigene Lösung können nebeneinander laufen, weil sie sich um verschiedene Dinge kümmern. Wichtig ist nur, dass klar ist, welche Aufgabe wo erledigt wird, damit nicht zwei Programme dieselbe Rechnung lesen.

Mehr zu den einzelnen Programmen, zu ihren Schnittstellen und zu möglichen Abläufen steht in der Übersicht Handwerkersoftware und KI.

Häufige Fragen

Woher stammen die Angaben in der Tabelle?

Aus den Websites der Hersteller und, wo angegeben, aus der Fachpresse, Stand Oktober 2026. Ob eine Funktion in Ihrer Version und Ihrem Paket enthalten ist, klären Sie bitte direkt mit dem Hersteller.

Ist Goma-IT Partner eines dieser Hersteller?

Nein. Goma-IT ist bei keinem der genannten Hersteller Partner. Die Namen werden nur beschreibend verwendet.

Können eingebaute KI und eine eigene Lösung nebeneinander laufen?

Ja, das schließt sich nicht aus. Ein Telefonassistent des Herstellers kann Anrufe annehmen, während eine Wissensdatenbank Fragen zu Ihren Unterlagen beantwortet. Sie kümmern sich um verschiedene Dinge.

Wollen Sie das für Ihren Betrieb klären?

Im Erstgespräch schauen wir uns Ihre Unterlagen und Programme an und sagen ehrlich, was sinnvoll ist.

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