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Was kann KI im Handwerksbetrieb heute wirklich?

Von Lukas Göggel, Goma-IT. Stand:

KI hilft im Handwerksbetrieb vor allem im Büro: beim Finden von Unterlagen, beim Vorbereiten von Antworten und beim Weitergeben von Wissen. Auf der Baustelle und in der Werkstatt ersetzt sie keine Arbeit, aber sie kann Rückfragen ans Büro ersparen.

In Kürze

  • Die größten Zeitfresser, bei denen KI hilft, sind Suchen, Nachfragen und Abtippen.
  • Eine KI auf den eigenen Unterlagen ist etwas anderes als ein allgemeiner Chatbot wie ChatGPT.
  • Was die KI sagt, muss nachprüfbar sein. Deshalb gehört zu jeder Antwort die Quelle.
  • Kalkulation, Zusagen an Kunden und sicherheitsrelevante Entscheidungen bleiben beim Betrieb.

Wo verliert ein Handwerksbetrieb eigentlich Zeit?

Fragt man Inhaber, wo die Zeit hingeht, kommt selten „beim Schweißen“ oder „beim Fliesenlegen“. Es sind die Dinge dazwischen: das Datenblatt, das gerade niemand findet. Der Anruf des Kunden, der wissen will, welche Farbe damals beim Tor verwendet wurde. Das alte Angebot, das man als Vorlage bräuchte. Der neue Mitarbeiter, der zu Recht nachfragt, weil nirgends steht, wie es im Betrieb gemacht wird.

Genau dort setzt KI heute sinnvoll an. Nicht als Roboter auf der Baustelle, sondern als Werkzeug, das im Büro Suchen und Nachfragen abkürzt.

Was unterscheidet eine Wissensdatenbank von ChatGPT?

Ein allgemeiner Chatbot wie ChatGPT hat aus dem Internet gelernt. Er kann gut formulieren, kennt aber weder Ihre Montageanleitungen noch Ihre Aufträge. Fragt man ihn nach dem Anzugsmoment für ein bestimmtes Geländer, antwortet er im besten Fall allgemein und im schlechtesten Fall falsch, aber überzeugend.

Eine Wissensdatenbank arbeitet umgekehrt: Sie liest Ihre eigenen Unterlagen ein und beantwortet Fragen nur daraus. Zu jeder Antwort zeigt sie, aus welchem Dokument und von welcher Stelle sie stammt. Wer sichergehen will, öffnet das Original.

Welche Aufgaben eignen sich für den Anfang?

Gut geeignet sind Aufgaben, bei denen die Antwort irgendwo im Betrieb schon aufgeschrieben ist:

  • Datenblätter, Montageanleitungen, Prüfberichte und Normen finden
  • frühere Angebote und Aufträge zu ähnlichen Arbeiten wiederfinden
  • Kundenanfragen im Postfach vorsortieren und Antwortentwürfe vorbereiten, die das Büro prüft
  • Abläufe und Absprachen für neue Mitarbeiter nachschlagbar machen

Weniger geeignet sind Aufgaben, bei denen es keine schriftliche Grundlage gibt. Was nie aufgeschrieben wurde, kann auch eine KI nicht wissen.

Wo sind die Grenzen?

Eine KI rechnet keine Statik, gibt keine Brandschutzfreigabe und sagt keinem Kunden einen Termin zu. Sie kann Unterlagen finden und zusammenfassen, die Verantwortung bleibt beim Betrieb. Bei sicherheitsrelevanten Werten wie Lasten oder Anzugsmomenten gehört der Blick ins Original dazu. Deshalb ist die Quellenangabe kein Extra, sondern Pflicht.

Auch die Qualität der Antworten hängt an den Unterlagen. Liegen zwei Fassungen einer Anleitung im System, zeigt die Wissensdatenbank beide. Welche gilt, entscheidet jemand im Betrieb.

Wie fängt man an, ohne viel Geld zu riskieren?

Sinnvoll ist ein kleiner, klar abgegrenzter Start: ein paar Ordner und ein Postfach, dazu eine Liste von 20 Fragen, die im Alltag wirklich gestellt werden. An diesen Fragen lässt sich messen, ob die Wissensdatenbank im eigenen Betrieb funktioniert. Bei Goma-IT sind diese 20 Erfolgsfragen der Maßstab für die Abnahme.

Häufige Fragen

Brauchen wir für KI einen eigenen IT-Mitarbeiter?

Nein. Für eine Wissensdatenbank auf den eigenen Unterlagen reicht eine Person im Betrieb, die weiß, wo was abgelegt ist. Einrichtung und Betrieb übernimmt der Dienstleister.

Lohnt sich KI schon für einen kleinen Betrieb?

Das hängt weniger von der Zahl der Mitarbeiter ab als davon, wie viel Zeit im Büro mit Suchen und Nachfragen vergeht. Ein ehrliches Erstgespräch klärt das schneller als jede Pauschalaussage.

Kann KI Angebote selbstständig schreiben?

Sie kann ähnliche frühere Angebote finden und als Grundlage zusammenfassen. Das Angebot selbst rechnet und verantwortet weiterhin der Betrieb.

Wollen Sie das für Ihren Betrieb klären?

Im Erstgespräch schauen wir uns Ihre Unterlagen und Programme an und sagen ehrlich, was sinnvoll ist.

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