Kann KI helfen, eine Stellenanzeige für Lehrlinge und Monteure zu schreiben?
Ja, als Entwurf. Aus ein paar Stichworten oder einer Sprachnachricht entsteht ein Text für Website, Jobportal oder LinkedIn, der nach Ihrem Betrieb klingt. Was den Betrieb ausmacht, wie der Alltag aussieht und was Sie zahlen, müssen Sie selbst beisteuern. Die KI erfindet keine Vorteile, die es bei Ihnen nicht gibt.
In Kürze
- Ein KI-Entwurf spart das leere Blatt, nicht das Nachdenken darüber, was Ihren Betrieb ausmacht.
- Konkrete Angaben wie Baustellen, Werkstatt, Fahrzeuge und Arbeitszeiten machen eine Anzeige glaubwürdig.
- In Österreich gehört das kollektivvertragliche Mindestentgelt in die Anzeige, samt Hinweis auf eine allfällige Überzahlung.
- Vor dem Veröffentlichen liest jemand aus dem Betrieb den Text und gibt ihn frei.
Ja, als Hilfe beim Schreiben. Eine KI kann aus ein paar Stichworten oder einer kurzen Sprachnachricht einen Entwurf für eine Stellenanzeige machen, der nach Ihrem Betrieb klingt und für Website, Jobportal oder LinkedIn passend lang ist. Was eine Anzeige aber lesenswert macht, sind die Dinge, die nur Sie wissen: wie der Alltag aussieht, woran gerade gearbeitet wird, was Lehrlinge bei Ihnen lernen. Die KI ordnet und formuliert, die Inhalte kommen vom Betrieb.
Warum klingen so viele Stellenanzeigen im Handwerk gleich?
Weil sie meist aus Bausteinen bestehen: „junges, dynamisches Team“, „abwechslungsreiche Tätigkeit“, „leistungsgerechte Bezahlung“. Solche Sätze sagen einem Bewerber nichts. Ein Lehrling, der zwischen drei Tischlereien wählen kann, möchte wissen, ob er an der Maschine stehen darf, ob er mit auf Montage fährt und wer ihm etwas beibringt.
Ein KI-Entwurf ohne konkrete Angaben klingt übrigens genauso austauschbar. Der Unterschied entsteht durch das, was Sie hineinsprechen.
Was sollte ich der KI mitgeben?
Je konkreter, desto besser. Ein paar Fragen, die Sie in einer Sprachnachricht beantworten können:
- Was wird bei Ihnen gebaut, montiert oder repariert? Ein, zwei aktuelle Beispiele.
- Wie sieht ein normaler Tag aus? Werkstatt, Baustelle, beides?
- Wer bildet aus, und was lernt man im ersten Jahr?
- Welche Arbeitszeiten gelten, gibt es Montage mit Übernachtung?
- Was ist bei Ihnen anders als anderswo? Nur, was wirklich stimmt.
- Wie kann man sich melden? Anruf, WhatsApp, Mail, einfach vorbeikommen?
Ein Beispiel, wie so eine Sprachnachricht klingen könnte: „Wir sind eine Schlosserei mit acht Leuten, machen vor allem Geländer, Vordächer und Tore für Private. Der Lehrling ist von Anfang an in der Werkstatt beim Schweißen dabei und fährt ab dem zweiten Jahr mit auf Montage. Freitag ist um zwölf Schluss.“ Daraus entsteht ein Entwurf, der deutlich mehr verrät als jede Floskel.
Was muss in Österreich in einer Stellenanzeige stehen?
In Österreich gibt das Gleichbehandlungsgesetz vor, dass in Stellenanzeigen das kollektivvertragliche oder gesetzliche Mindestentgelt angegeben wird, zusammen mit dem Hinweis, ob eine Überzahlung möglich ist. Außerdem muss die Anzeige geschlechtsneutral formuliert sein. Das ist ein allgemeiner Hinweis, keine Rechtsberatung. Den genauen Betrag aus Ihrem Kollektivvertrag kennt Ihre Lohnverrechnung oder die Wirtschaftskammer.
Die KI kann diese Angaben nicht wissen. Sie kann aber eine Stelle im Entwurf vorsehen, an der das Entgelt eingesetzt wird, und darauf hinweisen, wenn sie fehlt.
Wie läuft das mit Content-Automatisierung ab?
Bei der Content-Automatisierung von Goma-IT sprechen oder tippen Sie Ihre Stichworte ein. Daraus entstehen Entwürfe, zum Beispiel eine ausführliche Fassung für die Karriereseite Ihrer Website und eine kurze für LinkedIn. Der Tonfall richtet sich nach einem Stilprofil, das aus Texten Ihres Betriebs erstellt wird, damit es nicht nach Werbeagentur klingt.
Nichts geht ohne Ihre Freigabe online. Welche Dienste Ihre Sprachnachrichten und Texte verarbeiten, legen wir vor dem Start schriftlich offen; je nach Einrichtung können auch Anbieter außerhalb der EU beteiligt sein.
Was sollte die KI nicht übernehmen?
Die Auswahl der Bewerber. Der AI Act, die europäische Verordnung über künstliche Intelligenz, zählt KI-Systeme, die Bewerbungen filtern oder Bewerber bewerten, zu den Hochrisiko-Anwendungen (Anhang III). Dafür gelten besondere Pflichten. Für einen Handwerksbetrieb ist das weder nötig noch sinnvoll. Wer sich bewirbt, verdient einen Menschen, der die Bewerbung liest.
Auch Versprechen gehören nicht in einen ungeprüften Entwurf. Formulierungen wie „fixe Übernahme nach der Lehre“ oder „Firmenauto ab dem ersten Tag“ dürfen nur drinstehen, wenn sie stimmen.
Wie aus Sprachnachrichten und Stichworten Texte für Website, LinkedIn oder Newsletter werden, beschreibt die Seite Content-Automatisierung.
Häufige Fragen
Darf ich die Anzeige komplett von einer KI schreiben lassen?
Ja, aber verantwortlich für den Inhalt bleiben Sie. Prüfen Sie vor allem Entgelt, Arbeitszeit und alles, was wie ein Versprechen an Bewerber klingt.
Kann die KI auch Bewerbungen vorsortieren?
Davon raten wir im Handwerksbetrieb ab. Der AI Act zählt KI, die Bewerbungen sortiert oder bewertet, zu den Hochrisiko-Anwendungen mit besonderen Pflichten. Die Auswahl sollten Menschen treffen.
Wo veröffentlichen wir die Anzeige dann?
Wo Ihre Zielgruppe sucht: auf der eigenen Website, bei Jobportalen, beim AMS oder in sozialen Netzwerken. Der Entwurf kann für jeden Ort in passender Länge vorbereitet werden.