Keine Zeit für Social Media im Handwerksbetrieb: Geht ein Beitrag auch per Sprachnachricht?
Ja. Eine KI kann aus einer kurzen Sprachnachricht oder ein paar Stichworten einen Entwurf für einen Referenzbeitrag oder einen Social-Media-Post machen. Entscheidend ist, dass jemand im Betrieb den Entwurf liest, Fakten prüft und selbst freigibt, und dass Fotos von Kundenobjekten nur mit Zustimmung verwendet werden.
In Kürze
- Das Erzählen dauert ein, zwei Minuten, das Lesen und Korrigieren des Entwurfs ein paar mehr.
- Je konkreter die Erzählung, desto besser der Entwurf.
- Ein Stilprofil sorgt dafür, dass die Texte nach dem eigenen Betrieb klingen.
- Veröffentlicht wird nur nach Freigabe, Fotos nur mit Zustimmung der Kunden.
Warum bleibt die Referenzseite leer?
Oft liegt es nicht an fehlenden Projekten. Es fehlt die halbe Stunde am Schreibtisch, in der aus einem fertigen Auftrag ein lesbarer Text wird. Am Abend nach der Montage hat niemand Lust dazu, und am nächsten Tag ist schon die nächste Baustelle dran.
Dabei sind Referenzen für Kunden oft der wichtigste Teil der Website. Wer eine Treppe, ein Bad oder eine Photovoltaikanlage in Auftrag gibt, will sehen, dass der Betrieb so etwas schon gemacht hat.
Wie funktioniert das mit der Sprachnachricht?
Sie erzählen nach dem Auftrag kurz ins Handy, was gemacht wurde: Material, Besonderheiten, was schwierig war, worauf der Kunde Wert gelegt hat. Eine KI wandelt die Aufnahme in Text um und formuliert daraus Entwürfe, zum Beispiel:
- einen Referenzbeitrag für die Website mit Überschrift und zwei, drei Absätzen
- einen kurzen Post für Facebook, Instagram oder LinkedIn
- einen Absatz für einen Newsletter an Stammkunden
Damit die Texte nicht nach Werbeprospekt klingen, wird vorher ein Stilprofil angelegt: Wie redet der Betrieb, duzt oder siezt er, welche Fachbegriffe sind üblich.
Worauf Sie vor dem Veröffentlichen achten sollten
- Fakten prüfen: Maße, Produktnamen und Materialangaben kennt die KI nur aus Ihrer Erzählung. Ein falsch verstandenes Wort fällt beim Lesen auf.
- Keine Kundendaten: Namen und genaue Adressen gehören nicht in einen öffentlichen Beitrag.
- Fotos nur mit Zustimmung: Bilder von Kundenobjekten nur, wenn der Kunde einverstanden ist.
- Selbst freigeben: Den letzten Klick zum Veröffentlichen macht ein Mensch im Betrieb.
Was passiert mit der Sprachnachricht?
Für das Umwandeln in Text und das Formulieren werden Online-Dienste genutzt. Welche das sind und wo sie die Daten verarbeiten, sollte vor dem Start schriftlich feststehen; je nach Einrichtung können auch Anbieter außerhalb der EU beteiligt sein. Wer Kundennamen in der Erzählung weglässt, hält das Thema ohnehin klein. Für die Datenschutzerklärung der Website und die Frage, was Sie veröffentlichen dürfen, gelten die allgemeinen Regeln der DSGVO; dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.
Lohnt sich der Aufwand?
Wenn Sie über die Website neue Kunden oder Lehrlinge gewinnen wollen, ja. Wer ausschließlich über Stammkunden und Empfehlungen arbeitet und keine Website pflegt, braucht das nicht.
Häufige Fragen
Darf ich Fotos von der Baustelle eines Kunden posten?
Nur mit dessen Zustimmung, am besten schriftlich. Auf Fotos von Privathäusern sind oft Hausnummern, Kennzeichen oder Personen zu erkennen. Im Zweifel klären Sie das rechtlich ab; dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.
Muss ich kennzeichnen, dass ein Text mit KI entstanden ist?
Für einen Text, den Sie gelesen, bearbeitet und unter Ihrem Namen veröffentlicht haben, gibt es nach derzeitigem Stand meist keine allgemeine Pflicht. Die Regeln entwickeln sich aber weiter; bei einer konkreten Frage hilft eine rechtliche Beratung.
Was soll ich in die Sprachnachricht sagen?
Was gemacht wurde, wo die Schwierigkeit lag, wie Sie sie gelöst haben und was dem Kunden wichtig war. Kundennamen und Adressen lassen Sie besser weg.